20. Tag – St. Louis – Banjul

Diese letzte Etappe hat es in sich! Raus aus St. Louis, durch die Sahelzone, durch Kaolak, eine Stadt kurz vor dem Verkehrskollaps, ein Grenzübertritt und eine Fährüberfahrt. Aber alles nacheinander…

Um 6 Uhr sollte es vom Campingplatz losgehen, d.h. 5 Uhr Aufstehen, Auto abfahrbereit machen, Frühstücken und in die Kolonne einreihen. Kurz nach sechs ging es dann auch tatsächlich los. Mit der Kolonne ging es durch das erwachende St. Louis, angeführt vom Zollfahrzeug. Teilweise war es schwierig die Kolonne zusammen zu halten, da sich immer wieder einheimische Fahrzeuge dazwischen quetschten und so denn Rest blockierten. Nach 70 km wurde erstmal an einer Tankstelle gesammelt. Die Tanks der Autos konnten nochmal aufgefüllt und das restliche Geld ausgegeben werden. Danach ging es auf Landstraßen, teilweise Sandpisten, Richtung Kaolak. Bei 40 °C Aussentemperatur ziemlich anstrengend für Fahrer und Fahrzeug. Bis dahin liefen alle Fahrzeuge reibungslos. Kurz vor Kaolak überlegte sich der Problemgolf, das er keine Lust mehr hat mit nur 3 Zylindern zu fahren und lies seinem Unmut darüber mit einem kleinen Feuerchen aus. Aber alles halb so schlimm, das Feuerchen konnte schnell gelöscht werden und produzierte nur kleinere Schäden. Vermutlich hatte sich nichtverbrannter Sprit im Kat entzündet. Ab sofort ging es für den Golf an der Abschleppstange an einem Org-Bus weiter.

Gegen Mittag erreichten wir dann Kaolak. Wir mussten einmal quer durch die Stadt! Der Verkehr ist wie immer chaotisch, aber hinzukommt das hohe Verkehrsaufkommen und, gefühlte, Millionen Mopeds und Roller, die sich in jede noch so kleine Lücke quetschen und kreuz und quer fahren. Ziemlich schnell löste sich unsere Blechkarawane auf und man versuchte in kleineren Grüppchen irgendwie wieder den Anschluss an die Kolonne zu finden. An den neuralgischen Punkten hatte sich jeweils ein Org postiert und die Fahrzeuge in die richtige Richtung gewiesen. Zu guterletzt war dann auch noch eine Straße gesperrt, sodass wir einen Weg um die Sperrung zur eigentlichen Straße finden mussten. Kurz nach der Stadt wurde wieder gesammelt und durchgezählt. Keiner Abhanden gekommen! Also weiter geht’s. Als nächstes wartet die Grenze auf uns. Die Rallye ist mittlerweile um eine „Attraktion“ ärmer… Das, schon in Mauretanien angesprochene, senegalesische Schlaglochbingo existiert nicht mehr! Mittlerweile zieht sich ein schwarzes Asphaltband durch die immer grüner werdende Landschaft. Dann haben wir es geschafft und können aus Senegal ausreisen. Die Ausreise funktionierte hier schnell und ohne Probleme. Bei der Einreise in Gambia gibt es allerdings etwas Neues. Zum Glück kümmert sich Heinz, der Chef der DBO (Dresden-Banjul-Organisation) um die Einreiseformalitäten, sodass nur noch eine Unterschrift von jedem Rallyeteilnehmer notwendig ist! Dann geht es im Konvoi weiter zur Fähre am Gambia-River. Leider funktioniert mal wieder nur eine Fähre und auch noch ausgerechnet die kleinere der beiden. Gegen 16 Uhr können die ersten Fahrzeuge übersetzen. Nach ca. 5 Stunden haben es dann alle geschafft auf die Southbank zu kommen. Jetzt warten noch ca. 200 km auf uns, bis es endlich im Blue Kitchen, die berühmten Spaghetti Bolognese gibt. 200 km in Gambia bedeutet Dunkelheit, blendenden Gegenverkehr, das monotone Blinken der Warnblinkanlage vom Vordermann, viele Menschen auf der Straße und eine sich langsam einschleichende Müdigkeit… Was uns erstaunte, aber auch freudig stimmte war, das sich immer mal wieder Gruppen von Kindern, aber auch Erwachsenen am Straßenrand versammelten und „Welcome, welcome“ riefen oder sangen. Sehr beeindruckend! Gegen 23:30 Uhr hatten wir es geschafft und saßen im Blue Kitchen.

Wir haben es geschafft!!! Uns geht es gut, den Autos geht’s gut! Am Samstag gibt es die erste Charity-Runde und am Sonntag ist dann die Versteigerung unserer Boliden.

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