23. Tag – Gambia, Versteigerung

Heute ist Tag der Versteigerung, der Höhepunkt der Rallye. Deswegen sind wir ca. 7500 km quer durch Europa und Westafrika gefahren. Gegen halb zehn rollen wir im Konvoi auf das Stadiongelände, die ersten Kaufinteressenten warten schon. Ca. 1,5 Stunden können die Kaufwilligen die Rallyeboliden beschnuppern, anschauen und Fragen stellen. Mittlerweile sind viele Leute eingetroffen, die entweder nur schauen wollen oder tatsächlich ein Fahrzeug erwerben wollen. Darunter beispielsweise Einheimische, Libyer, aber auch Europäer. Dann geht es mit dem Fiat Cinquecento, ein Kleinstwagen, von den Westafrikanischen Pistenwiesel los. Die Spannung steigt… Die Rallyeteilnehmer fiebern mit, wieviel wird mein Fahrzeug bringen. Der Auktionator gibt wieder sein Bestes um den Preis nach oben zu treiben. Ein Fahrzeug nach dem anderen wird in die „Verkaufsarena“ gefahren. Die erzielten Preise sind sehr verschieden, bis jetzt liegen sie zwischen 45.000 und 120.000 Dalasi, also umgerechnet zwischen 800 und 2.100 Euro. Gegen Mittag ist unser Chrysler als erstes von unserem Team dran. Der Auktionator bemüht sich, aber leider scheint es nicht soviele Kaufinteressenten für das schöne Auto zu geben… Am Ende geht der Chrysler für 52.000 Dalasi, knapp 950 Euro, weg. Nicht viel, aber okay. Eine Gambianerin freut sich über ihren neuen fahrbaren Untersatz! Ein paar Fahrzeuge später ist Alex mit seinem Mondi dran. Da gibt es schon mehr Kaufwillige und das Auto geht für 124.000 Dalasi (ca. 2.200 Euro) weg. Kurze Zeit später ist Frank mit seinem 3er BMW dran. Hier battlen sich zwei, drei Interessenten und so schießt der Verkaufspreis auf 148.000 Dalasi (knapp 2.700 Euro) hoch. Mit dem Gesamtergebnis unseres Teams können wir ganz zufrieden sein, fast 6.000 Euro gehen von uns an die DBO. Gegen drei Uhr wird dann das letzte Fahrzeug, der Vario von den Kö’s, versteigert. Dieser geht übrigens für 240.000 Dalasi (ca. 4.300 Euro) weg. Die komplette Rallye knackt den bisherigen Novemberrekord und kommt auf 4.153.000 Dalasi, also ca. 74.000 Euro! Das ist ein super Ergebnis für die 35 versteigerten Fahrzeuge. Neu bei der Versteigerung ist, das neben einer 25 Prozent Anzahlung der Käufer, auch sofort der Einfuhrzoll bezahlt werden kann, da der Zoll neben der DBO bei der Versteigerung sitzt. Das bedeutet aber auch, das die erworbenen Fahrzeuge sofort mitgenommen werden können. Und so trifft es Alex und Frank, noch vorm Stadion müssen sie sich von ihren treuen Weggefährten verabschieden. Mir geht es auch nicht viel besser, den auch ich muss mich am Abend von meinem Chrysler verabschieden. Ein wenig ist er auch mir ans Herz gewachsen, aber nun bekommt er ein zweites Leben in Gambia!

Mehr Bilder werden noch nnachgeliefert, das WLAN ist hier zu schlecht.

22. Tag – Gambia, Charity und Fußball

Am heutigen Samstag sind die ersten Projektbesichtigungen der DBO vorgesehen. Also Treff bei Heinz und dann Abfahrt nach Gunjur, ein Dorf ca. 30 km von Serekunda entfernt. Übrigens befinden wir uns in Serekunda und nicht in Banjul, Banjul ist zu groß und zu weit von der DBO entfernt, die befindet sich in Sukuta, die Nachbarstadt von Serekunda. Nur das als Einschub. Als erstes stand das Health Center von Sol in Gunjur auf der Tagesordnung. Sol betreibt eine kleine Krankenstation, ein Aufklärungsangebot und eine Näherinnen-Ausbildung. Letzteres ist mur für Frauen gedacht, da hier normalerweise nur Männern das Nähhandwerk vorbehalten ist. Für die Frauen aber ist es wichtig um sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu können, da diese meist aus unterschiedlichsten Gründen aus ihren Familien ausgestoßen worden. Die Krankenstation ist hier sehr beliebt, weil sie vor allem den Ärmeren hilft. Für 20 Dalasi werden die Patienten hier bis zur vollständigen Genesung und mit allen nötigen Medikamenten bis zum Schluss versorgt. In staatlichen Einrichtungen wird für das gleiche Geld nur eine Erstversorgung gewährleistet. An dieser Krankenstation haben wir einige Spendengüter, darunter Brillen, Stifte, Spielzeug für die kleinen Patienten, Hygientücher und andere Hygieneartikel abgegeben. Einen Extra-Dank an die heimischen Spender. Mit diesen „kleinen“ Dingen kann hier vielen Menschen geholfen werden! Nach der Krankenstation ging es weiter in die Kobisala-School. Diese Schule hat sozusagen mit einem Klassenraum als Nursery-School begonnen. Mittlerweile wurde das Schulgebäude zweimal erweitert und beherbergt noch eine Primary-School. Die Nursery-School ist eine Art Vorschule, wo 4- bis 6-jährige Englisch lernen, damit sie dann in der Grundschule lernen können. Denn Englisch ist die Kommunikationssprache an den Schulen hier in Gambia. Die Primary-School ist die Grundschule. Der Schulleiter, Buba Bojang, der Kobisala-Schule unterrichtet nicht nur selbst sondern bildet sich mittlerweile weiter um in den nächsten Jahren eine Secondary-School eröffnen zu können. Das heißt, die Kinder können bis zum Schulabschluss an der Schule bleiben und lernen. Ein Lehrer mit Leib und Seele! Die Kinder an der Schule kommen aus dem Dorf und sind meist aus ärmlichen Verhältnissen. Das Schulgeld ist sehr gering, damit sich auch die armen Familien das leisten können. In den letzten vier Jahren ist hier wirklich viel passiert. Es wurde das Schulgebäude um ca. die Hälfte erweitert. Des Weiteren unterstützt die DBO durch Zahlung von Lehrergehältern und teilweise auch Schulgelände. Alles durch die Rallye ermöglicht! Auch an dieser Stelle haben wir einige Spendengüter abgegeben, darunter Stifte, Papier, Spielzeug u.ä. Vielen Dank auch an dieser Stelle an die Unterstützer aus der Heimat, die uns die Spenden, aber auch bei der Tour unterstützt haben! Danke! Am Nachmittag gab es dann eine kleine Auszeit am Strand von Sangyang bevor es dann zum Fußballspiel geht. Dort gibt es eine kleine Strandbar mit der sogenannten „Wall of Fame“ auf der sich die Rallye-Teilnehmer verewigen können. Natürlich haben auch wir das wieder getan und stehen mittlerweile zum vierten Mal auf dieser Wand. Am späten Nachmittag ging es dann wieder ins Dorf zurück auf den Fußballplatz. Wobei Fußballplatz kann man das nicht nennen, ein welliger Sandplatz mit zwei Toren bestehend aus zwei schiefen Holzstämmen und die Latte war ein gespanntes Seil… Nichtsdestotrotz spielten heute die Dorfauswahl Sangyang gegen die Rallye-Auswahl. Leider verloren wir das Spiel mit 1:3. Aber egal, Hauptsache es macht Spaß. Am Spielfeldrand gaben die einheimischen Trommler und Tänzer ihr bestes, um gute Stimmung zu verbreiten. Danach ging es zu Holly und Torsten auf’s Grundstück zum gemütlichen Nachfußballbierchen…

21. Tag – Gambia, Autoputzen

Der Tag begann mit einem Briefing bei Heinz auf dem DBO-Gelände. Er erzählte uns, was die nächsten Tage ansteht. Autos für die Auktion vorbereiten, ausräumen, waschen usw. Des Weiteren stehen die einzelnen Projektbesichtigungen. Aber dazu später mehr.

Nach dem Briefing ging es zurück zum Hotel. Autos leer räumen! Eine interessante Angelegenheit, wenn mindestens 20 Hotelangestellte um einen rumwuseln und jeder irgendetwas haben möchte… Es geht zu wie auf dem türkischen Basar. Teilweise werden Sachen verschenkt, manchmal auch verkauft. Alex ist mit der ganze Geschichte den halben Tag beschäftigt… Am Ende des Tages stehen unsere drei wüstenerfahrenen Rallyeboliden von innen und außen geputzt in der Abendsonne.

Zum Abendbrot sind wir dann zu einem leckeren Buffet ins Blue Kitchen. Viel mehr gibt es heute nicht zu erzählen. War schon sehr anstrengend alles im Blick zu behalten.

20. Tag – St. Louis – Banjul

Diese letzte Etappe hat es in sich! Raus aus St. Louis, durch die Sahelzone, durch Kaolak, eine Stadt kurz vor dem Verkehrskollaps, ein Grenzübertritt und eine Fährüberfahrt. Aber alles nacheinander…

Um 6 Uhr sollte es vom Campingplatz losgehen, d.h. 5 Uhr Aufstehen, Auto abfahrbereit machen, Frühstücken und in die Kolonne einreihen. Kurz nach sechs ging es dann auch tatsächlich los. Mit der Kolonne ging es durch das erwachende St. Louis, angeführt vom Zollfahrzeug. Teilweise war es schwierig die Kolonne zusammen zu halten, da sich immer wieder einheimische Fahrzeuge dazwischen quetschten und so denn Rest blockierten. Nach 70 km wurde erstmal an einer Tankstelle gesammelt. Die Tanks der Autos konnten nochmal aufgefüllt und das restliche Geld ausgegeben werden. Danach ging es auf Landstraßen, teilweise Sandpisten, Richtung Kaolak. Bei 40 °C Aussentemperatur ziemlich anstrengend für Fahrer und Fahrzeug. Bis dahin liefen alle Fahrzeuge reibungslos. Kurz vor Kaolak überlegte sich der Problemgolf, das er keine Lust mehr hat mit nur 3 Zylindern zu fahren und lies seinem Unmut darüber mit einem kleinen Feuerchen aus. Aber alles halb so schlimm, das Feuerchen konnte schnell gelöscht werden und produzierte nur kleinere Schäden. Vermutlich hatte sich nichtverbrannter Sprit im Kat entzündet. Ab sofort ging es für den Golf an der Abschleppstange an einem Org-Bus weiter.

Gegen Mittag erreichten wir dann Kaolak. Wir mussten einmal quer durch die Stadt! Der Verkehr ist wie immer chaotisch, aber hinzukommt das hohe Verkehrsaufkommen und, gefühlte, Millionen Mopeds und Roller, die sich in jede noch so kleine Lücke quetschen und kreuz und quer fahren. Ziemlich schnell löste sich unsere Blechkarawane auf und man versuchte in kleineren Grüppchen irgendwie wieder den Anschluss an die Kolonne zu finden. An den neuralgischen Punkten hatte sich jeweils ein Org postiert und die Fahrzeuge in die richtige Richtung gewiesen. Zu guterletzt war dann auch noch eine Straße gesperrt, sodass wir einen Weg um die Sperrung zur eigentlichen Straße finden mussten. Kurz nach der Stadt wurde wieder gesammelt und durchgezählt. Keiner Abhanden gekommen! Also weiter geht’s. Als nächstes wartet die Grenze auf uns. Die Rallye ist mittlerweile um eine „Attraktion“ ärmer… Das, schon in Mauretanien angesprochene, senegalesische Schlaglochbingo existiert nicht mehr! Mittlerweile zieht sich ein schwarzes Asphaltband durch die immer grüner werdende Landschaft. Dann haben wir es geschafft und können aus Senegal ausreisen. Die Ausreise funktionierte hier schnell und ohne Probleme. Bei der Einreise in Gambia gibt es allerdings etwas Neues. Zum Glück kümmert sich Heinz, der Chef der DBO (Dresden-Banjul-Organisation) um die Einreiseformalitäten, sodass nur noch eine Unterschrift von jedem Rallyeteilnehmer notwendig ist! Dann geht es im Konvoi weiter zur Fähre am Gambia-River. Leider funktioniert mal wieder nur eine Fähre und auch noch ausgerechnet die kleinere der beiden. Gegen 16 Uhr können die ersten Fahrzeuge übersetzen. Nach ca. 5 Stunden haben es dann alle geschafft auf die Southbank zu kommen. Jetzt warten noch ca. 200 km auf uns, bis es endlich im Blue Kitchen, die berühmten Spaghetti Bolognese gibt. 200 km in Gambia bedeutet Dunkelheit, blendenden Gegenverkehr, das monotone Blinken der Warnblinkanlage vom Vordermann, viele Menschen auf der Straße und eine sich langsam einschleichende Müdigkeit… Was uns erstaunte, aber auch freudig stimmte war, das sich immer mal wieder Gruppen von Kindern, aber auch Erwachsenen am Straßenrand versammelten und „Welcome, welcome“ riefen oder sangen. Sehr beeindruckend! Gegen 23:30 Uhr hatten wir es geschafft und saßen im Blue Kitchen.

Wir haben es geschafft!!! Uns geht es gut, den Autos geht’s gut! Am Samstag gibt es die erste Charity-Runde und am Sonntag ist dann die Versteigerung unserer Boliden.

19. Tag – Parque Djawling – St. Louis

Heute hieß es Mauretanien verlassen und in den Senegal einreisen. Zielpunkt St. Louis. Da die Etappe vergleichsweise sehr kurz ist, ging es auch erst um 9 Uhr los. Auf dem Schlaglochbingo ging es zur Grenze. Mauretanien Ausreisen war einfach und schnell. Im Senegal gab es mal wieder eine Neuerung alle Leute mussten sich selbst vor dem Beamten mit Foto und Fingerabdruck registrieren lassen. Nach ca. 2 Stunden waren alle knapp 80 Leute durch. Dann noch ca. 70 km bis St. Louis. Mit der Zolleskorte ging es durch die kleinen Dörfer und Städtchen in den Stadtverkehr von St. Louis. Erstaunlicherweise ist in den Städten immer ein sehr hohes Verkehrsaufkommen, während auf dem Land kaum Fahrzeuge unterwegs sind.

Bevor es zum Campingplatz geht, mussten wir noch über zwei alte Brücken und durch das Fischerviertel… Unglaublich in welchem Dreck und Gestank die Leute dort leben müssen. Viele der alten Fischerboote liegen am Anker. Kaum Fischerboote die Rausfahren zum Fischen. Gegen 13 Uhr waren wir angekommen!

Danach ging es sofort zurück in die Stadt, in das alte Kolonialviertel mit dem alten Dampfkran und den, mittlerweile größtenteils maroden, Kolonialhäusern. Um in dieses Viertel zu kommen, brauchten wir ein Taxi… Der Preis war schnell ausgehandelt, umgerechnet 5 Euro für 5 Personen. Nur das Fahrzeug war ein alter Peugeot 405, Limousine, und vier Männer auf der Rücksitzbank… Zu guterletzt musste Alex auch noch die Tür mit seinem Arm festhalten, da diese nicht mehr geschlossen werden konnte. Aber wir sind heil angekommen und haben die Fahrt, wie Ölsardinen überstanden! Die „Altstadt“ ist eigentlich sehr schön, nur leider verfällt immer mehr, obwohl an manchen Ecken auch wenig geschieht. Bspw. wurde eine neue Straße am Ufer gebaut, die zu jenem besagten Dampfkran führt, vor zwei Jahren war das noch Sandpiste bzw. Baustelle. Das der Dampfkran immer noch steht ist übrigens ein Wunder… Der Rost nagt an der alten, im 19. Jahrhundert gebauten, Technik. Nach dem Rundgang ging es dann wieder, diesmal mit zwei Taxis, weil wir 7 Leute waren, zurück zum Campingplatz, wo ein schönes Büffet auf uns wartete. Der Abend war dann vergleichsweise kurz, da wir am nächsten Morgen um sechs Uhr morgens starten wollen.

18. Tag – Nouakchott – Parque Djawling

Gegen 10 Uhr ging es vom Campingplatz los. Die Etappe heute ist kürzer als sonst, da wir noch nicht nach St. Louis können. Wir werden im Park Djawling die Nacht verbringen, kurz vor der senegalesischen Grenze. Aber erstmal mussten die rund 450 km überwunden werden. Kurz vor dem Ende der Stadt, war der Treffpunkt zum Start für den heutigen Tag. Die Nordhäuser mussten noch auf ihren Omega mit der defekten Kupplung warten, sodass Falk (Org) mit vor Ort blieb. Zunächst ging es auf Asphalt Richtung Süden. Doch bald wandelte sich die Straße in Baustellen, Sandpisten neben der Straße. Später entwickelte sich die Straße zum berühmten senegalesischen Schlaglochbingo, obwohl wir noch in Mauretanien sind… Auf der neuen Teerstraße, die vor zwei Jahren noch Baustelle war, machten wir gegen 14 Uhr Mittagspause bei 40 °C. Danach führte uns der Weg in den Nationalpark „Parque Djawling“ über den Damm zum Campingplatz. Plötzlich ändert sich die Vegetation, Bäume, Sträucher und Wasser. Der Weg über den Damm ist wie üblig nur „fester“ Boden ohne Asphalt. Teilweise wird auf dem Damm gefahren, teilweise daneben, je nach dem wo es besser zum Fahren aussieht. Ab und zu sieht man eine Warzenschweinhorde, Flamingos und Kühe. Kurz vor der Dämmerung erreichten wir den Campingplatz. Erstaunlicher Weise blieben alle Fahrzeuge heil, keine Verluste! Nach einem leckeren Abendbrot, ließen wir den Abend bei ein, zwei Bierchen ausklingen. ?

17. Tag – Ruhetag in Nouakchott

Ruhetag bedeutet in erster Linie Ausschlafen und den Tag in Ruhe verbringen. Sofern am Fahrzeug nichts zu tun ist. Bei den meistens Teams, die hier auf dem Campingplatz sind, gibt es auch nichts zu tun bzw. kann man nichts zu tun. Nach dem Frühstück beginnt so langsam der Tag. Ein Golf IV hat seit Dakhla Probleme mit der Zündanlage. Dem haben wir uns heut morgen kurz angenommen. Aber leider ist da ohne passendes Ersatzteil nichts zu machen. Nach den Symptomen her zu urteilen, ist es entweder das Zündmodul oder der Kurbelwellensensor. Beides ist nicht organisierbar, also muss er erstmal mit Leistungsverlusten und drei Zylindern zurecht kommen… Holly, einer der Orgs, hatte gestern mehrfach mit zugesetzten Dieselfilter zu kämpfen. Wahrscheinlich war im Tank zuviel Dreck und andere Sachen. Diesel abgepumpt, neuen Filter und neuen Diesel rein und der alte Mercedes Transporter läuft wieder. Ansonsten stand für uns heute nur Tanken und einmal durch Nouakchott fahren auf dem Programm.

Beim Tanken wollten sie uns ein wenig bescheißen, aber nicht mit uns. Bei mir stand auf einmal eine andere Zahl auf der Tanksäule als ich das letzte Mal hin sah. Kleine Diskussion und er sah ein, das es keinen Zweck hat. Bei Frank wollte er weniger Tanken als er ihm Geld gegeben hatte, aber auch der Versuch schlug fehl. Dann sind wir in die Stadt gefahren. Unglaublich wie es dort aussieht. Überall Müll, überall Sandpisten abseits der Hauptstraße, aber auch auf einmal inmitten der Straße. Eben noch Asphalt, dann ein großes Sandloch. Der Verkehr chaotisch. Blinker, Lampen oder ähnliches braucht man nicht. Ampeln sind nur Warnhinweise, Spurführungen bzw. Begrenzungslinien sind auch nur Empfehlungen… Eselskarren, Motorroller, PKWs, LKWs und Busse fahren kreuz und quer. Fahrzeuge fahren hier rum, die hat man in Deutschland schon seit 30, 40 Jahren nicht mehr gesehen, alte Mercedes-Hauben-LKWs, alte 190er Benz usw. Aber alle fahren noch und sind im Einsatz. Trotz desssen sind wir gut durchgekommen und konnten aufatmen als wir wieder vor den Toren der Stadt waren. Danach gab es Mittag auf dem Campingplatz.

Nach dem Mittag ging es an den Strand. Am späten Nachmittag musste dann bei Roland (Kö’s) noch der Auspuff repariert werden. Erstmal musste er hochgebunden und anschließend mit dem restlichen Auspuff verbunden werden. Dazu dienen selbstverständlich, im Wüstenstil, leere Bierdosen! Den Abend verbrachten wir dann bei ein, zwei Bierchen.

16. Tag – Strand – Nouakchott

Um 8 Uhr sollte Abfahrbereitschaft hergestellt werden. Vielleicht klappt ja die Strandauffahrt… Gegen 10 Uhr rührte sich dann langsam etwas. Die Orgs sahen immer mal wieder nach dem Wasser, aber eine richtige Veränderung stellte sich nicht ein. Angeblich war Ebbe, aber der befahrbare Streifen direkt an der Wasserlinie war nur wenige Meter breit. Viel zu schmal und riskant wäre da ein Strandfahrt gewesen. Das Zeitfenster viel zu gering um ca. 40 Fahrzeuge die 80 km am Strand sicher hinüber zu bringen. Bleibt ein Auto stecken oder hat technische Probleme steht der komplette Troß! Also entschied sich die Ralleygemeinschaft auf der Straße nach Nouakchott zu fahren. Gegen 12 Uhr sollten wir uns dann auf der einzigen Straße vorm Dorf treffen. Reifen aufpumpen und dann ging es los. Ca. 400 km bis Nouakchott, links Wüste, rechts Wüste, hinter dir Wüste, vor dir Wüste und ein schwarzes Band aus Asphalt zieht sich durch den Sand. Ab und an kleine Dörfer. Ansonsten nichts. Gegen 17 Uhr erreichten wir dann den Campingplatz vor den Toren Nouakchotts. Zum Abendbrot gab es dann von der „Campingplatzküche“, Hühnchenkeulen, Maisfladen, Baguette und Gemüsestücke in Brühe. Hat gut geschmeckt. Morgen ist dann Ruhetag für Mensch und Maschine.

15. Tag – Wüstencamp 2 – Strand

Am heutigen Tag sollte es aus der Wüste raus zum Strand gehen. Daher zeitiges Aufstehen, gegen 8 Uhr war Start angesagt, damit wir genügend Zeit am Strand haben, um das Meer zu beobachten und zu Überlegen, ob eine Strandauffahrt möglich ist. Als erstes standen die zwei weiteren Dünenpassagen an, bevor es auf einer Ebene über die Muscheldüne in ein kleines maurisches Dorf am Atlantik geht. Wie schon erwähnt haben diese es in sich, daher wurde wieder einzeln mit größeren Abständen gestartet. Schon in der ersten Düne blieben ein paar Fahrzeuge stecken. Unter anderem ein Opel Omega, allerdings blieb dieser nicht stecken, sondern liegen… Die Kupplung war hinüber. Das bedeutete Auto ausräumen und bei Torsten (Org) an den Bus hängen. Besagter Opel hatte seine erste Kupplung bereits auf der Fähre in Spanien beim Hochfahren der Rampe zum PKW-Deck eingebüßt. Nach dieser unfreiwilligen Unterbrechung rollten die Autos durch die nächste Düne. Diesmal ohne Probleme. Dann ging es durch eine Ebene und anschließend die sogenannte Muscheldüne hinauf und wieder runter zum Wasser. Trotz vieler großer Bodenwellen und teils felsigem Untergrund, überstanden fast alle diese Herausforderung. Bis auf Roland und Anita von den Kös. Der Kühler tropfte, Kühlerdicht war schnell gefunden und der Kühler wieder dicht. Danach gings zu einem kleinen Fischerdorf an der Küste. Warten. Dorfkinder kamen angerannt und freuten sich riesig über kleine Geschenke. Dieses Mal wurde unser „Parkplatz“ großräumig von den Soldaten abgesperrt, sodass die Kinder nicht durch die Autos laufen konnten. Die Spenden und Geschenke wurden, bewacht und geregelt durch die Soldaten, von den Teams an die Kinder übergeben. Nach einer Weile gab es ein weiteres Briefing. Ein paar Teams, darunter der Omega, machten sich auf der Straße direkt nach Nouakchott. Der Rest fuhr durch nächste Dorf Richtung Strand. Leider stand das Wasser ungünstig und wir mussten hinterm Strand den restlichen Tag verbringen. Ob es morgen auf den Strand geht, muss dann morgen entschieden werden. Die Kös hatten wie immer ein 20 Liter Bierfass dabei und da wir auch noch zu Rindergulasch mit Nudeln eingeladen wurden, verbrachten wir den restlichen Abend bei den Kös.

14. Tag – Wüstencamp 1 – Wüstencamp 2

Heute durften wir „ausschlafen“, gegen 10 Uhr war Abfahrt anvisiert. Da wir am Vormittag noch ein letztes Mal in die Nähe der Straße kommen, musste für ein paar Teams die Entscheidung getroffen werden, auf der Straße nach Nouakchott oder doch durch die Wüste. Ein Team, das mit dem defekten Kühler entschied sich auf der Straße weiter zu fahren. Für alle anderen ging es immer weiter rein… Nach den ersten Offroad- und Wüstenerfahrungen des gestrigen Tages, ging es heute recht geordnet zu. Nur wenige Einsandungen und keine größeren Beschädigungen. So erreichten wir recht zügig die Passage „Die drei Dünen“. Bei den letzten Rallyes hatten wir vor der Passage unser Nachtlager errichtet. Diesmal war noch Zeit, sodass wir noch die erste Dünenpassage durchqueren konnten. Auf dieser ca. 5 km langen Strecke gibt es immer wieder Tiefsand durch die sich die Fahrzeuge kämpfen müssen. Mit ein paar Einsandungen haben es dann aber doch kurz vorm Untergehen der Sonne alle geschafft. Also Nachtlager aufschlagen und Abendessen machen. Für uns stand heute etwas besonderes auf dem Speiseplan… Rinderrouladen mit Rotkraut und Kartoffeln! Mmh, sehr lecker!